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Köln, den 27.11.2008
hoffentlich erreicht Sie mein Brief bevor Sie sich mit der russischen Regierung treffen.
Es geht mir in diesem Brief um deutsche Beziehung zu Russland und um den Vorwurf, oft genug in den Medien zu sehen und hören, dass dieses Land sich nicht
schnell genug und vor allem nicht auf die gewünschte Art in die Richtung
Demokratie bewegt. Die Demokratie, auf die wir so stolz sind, war uns auch nicht direkt von Anfang an so lieb gewesen wie jetzt. Sie wurde
uns praktisch nach dem II.
Weltkrieg aufgezwungen. Wir Deutschen hatten bis zum Ende des Krieges einen
Despoten als Führer und kämpften für ihn bis zum letzten Berliner
Quadratkilometer. Die Demokratie haben wir dann gezwungenermaßen anerkennen müssen.
Russland bestreitet diesen Weg von alleine auf eigene Art und darf dabei, muss ja sogar eigene Fehler machen! Und Russland macht Fehler und Präsidenten
machen auch Fehler. Aber Sie als Bundeskanzlerin können bestimmt am Besten verstehen wie viel
Verantwortung auf den Schultern dieses Mannes liegen muss. Russland ist groß
und seine Situation kompliziert und alle mischen sich ein und nerven ständig
mit guten Ratschlägen.
Ihre
Partei Frau Merkel, steht
für christliche Botschaft in der Politik. Steht es nicht im Neuen Testament:„wer
ohne Sünde (hier Fehler) ist, der werfe den ersten Stein!?
Es
gab ein Mal einen Bundeskanzler, Willi Brand, und er schaffte es eine beispiellose Annäherung
an Sowjetunion. Trotz der damaligen bestimmt noch stärkeren Abhängigkeit
Deutschlands von Amerika und des „Kalten Kriegs“ erlaubte er sich einen ganz
persönlichen und freundlichen Kontakt mit dem sowjetischen Parteichef der KPdSU,
Leonid Iljitsch Breschnew. Es war mutig
und Willi Brand ist für mich der Kanzler der in Wirklichkeit die
Berliner Mauer zum Wanken brachte. Er rannte damals fast ganz alleine gegen
diese Mauer und gab ganz offen deutsche Fehler zu.
Heute lange, lange danach, haben wir Deutschen immer noch das Glück in dieser einmaligen
Position zu sein, weiterhin noch das besondere Interesse und das Vertrauen (was
davon noch übrig ist) der russischen Regierung zu genießen. Ich verstehe nicht
warum aber es ist sichtbar
und es erfüllt mich mit Stolz. Endlich redet eine Nation die wir überfallen haben nicht mehr nur über den II
Weltkrieg und die Toten, sondern
über die gemeinsame Zukunft. Es ist eine großartige Chance für uns, die Vergangenheit endlich hinter
uns zu lassen.
Ich
bitte Sie hiermit, dass Sie, wenn Sie in Russland sind und meinen, die russische
Regierung kritisieren zu müssen, die Wörter Freundschaft und Vertrauen nicht
vergessen. Denken Sie bitte daran, wenn Sie gereizt vielleicht sogar mit der
Faust auf den Verhandlungstisch hauen und aus Wut rausbrüllen sollten: „So geht
es nicht mehr oder das ist doch Scheiße“. Ich bitte Sie daran auch dann nicht
zu vergessen und auch spätestens noch hinterher zu sagen „das meine ich als ehrliche gute Freundin von Russland“. Ich meine nicht Sie machen so etwas wie Möbel während Staatsgesprächen zu demolieren sondern ,dass die Situation immer plötzlich eskalieren kann und Sie eventuell auch unerwarteten Provokationen gegenüber gestellt werden können.
Mit freundlichen Grüßen aus Köln
Julia-Karolina Saj
Ps. Ich finde es toll, dass deutsche Regierung so standhaft gegen den Eintritt vom einigen Russlands Nachbarsländer in die NATO ist. Diese Staaten sind von ihrer antirussischen Einstellung bekannt und würden allzu leicht ihren Nato Eintritt für Provokationen nutzen können.
Zu den Antworten auf diesen Brief
Politiker die diesen Brief per E-Mail bekommen haben
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CDU Politiker
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Schmidt (Aachen), Ulla
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SPDPolitiker
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Schwanitz, Rolf
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Staffelt, Dr. Ditmar
Steinecke, Dieter
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Stiegler, Ludwig
Stöckel, Rolf
Strässer, Christoph
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Wetzel, Dr. Margrit
Wicklein, Andrea
Wieczorek-Zeul, Heidemarie
Wiefelspütz, Dr. Dieter
Wistuba, Engelbert
Wodarg, Dr. Wolfgang
Wolff (Wolmirstedt), Waltraud
Wright, Heidi
Zapf, Uta
Zöllmer, Manfred
Zypries, Brigitte
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Pressemedien die Information über den Brief bekommen haben
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